familientagebuch/kindergeschichten
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Der erste Kuss
Der erste Kuß (gereimt)
Striche im Gesicht
Der Besteckkasten
Die Schulzulassungsprüfung
Noch eine Biergeschichte
Der Rechenkönig
Das Frühstück
Märchenstunde mit einem 4 Jahre alten Enkel
Die Ledercouchgarnitur
Der Schuhklappschrank
Schneesturm auf dem Bahnhof
Die süssen Zwetschen
Geschirrabwaschen in der Küche

Noch eine Biergeschichte

Ziebelmarkt war es, die Eltern der jüngsten Enkeltochter wollten zum Zwiebelmarktfest und ließen uns die vierjährige Tochter da. Opa trank ausnahmsweise nachmittags Bier. Kaum hatte er eine Flasche geöffnet und ein Bierglas gefüllt, ist die Enkeltochter zur Seite und behauptet, der Schaum, der auf dem Bierglas ist, darf ich doch haben. Schnell holt sie sich einen Kaffeelöffel aus der Küche und aß mit sichtlichem Vergnügen den Schaum des Bieres ab. Nach einigen Minuten stellte sie sich in die außerste Zimmerecke und schrie ihre ganzen im Kindergarten erworbenen «schlimmen Worte» uns ins Gesicht. Von «du alte Sau, Scheiße» und viele Worte aus dem Sexualbereich bekamen wir zu hören. Sie war völlig enthemmt.

Da wir nach anfänglichem Verduztsein herzhaft lachten, wiederholte sie kurzerhand ihr Repertoir.

Plötzlich war sie still, rannte zu mir, versteckte ihr Gesicht in meinem Schoß. Sie schämte sich sehr und wollte durch Schmusen die Situation wieder ungeschehen machen.

Unser Resümee: Bierschaum, auch nur wenige Löffelchen gegessen, ist für dreijährige Enkel verboten.

Das Bierglas mit Deckel, genannt Bembel Als mein Mann zu seinem 60. Geburtstag ein sehr schönes Bierglas mit Schliff und einem Zinndeckel geschenkt bekam, beobachtete unsere fünfjährige Enkeltocher aus Jena interessiert den Vorgang des Biertrinkens. Opa, warum ist den auf dem Bierglas ein Deckel? Na, warum denn, sagte der Opa. Der Deckel streichelt jedes Mal dein Ohr, es ist ein Ohrstreichler.

Zu seinem 63. Geburtstag trank er wieder Bier aus dem Glas mit dem Deckel. Sein drei Jahre alter Enkelsohn hatte ebenfalls großes Interesse an dem Bierglas. «Opa, warum nimmst du den das Glas mit dem Auf und Zu?» Opa: «damit das Bier nicht herausfliegt.» Nun stellte sich der Enkel vor dem Glas hin, und paßte genau auf wann Opa trinken wollte.- Hob er die Hand um zu trinken, war der Enkel schneller und machte den Deckel des Glases auf, Kaum hat Opa das Glas abgesetzt, schloß er den Deckel des Glases wieder. Er machte es oft und mit viel Ausdauer.-

So hat ein Bierglas mit Deckel , genannt Bembel, viel Phantasie und Freude bei den Enkeln geweckt.