![]() | |
Der RechenkönigVeit ist nun gegen seinen ausdrücklichen Willen in die Schule in Jena eingeführt worden. Die Versprechungen der Mutter, «wenn es dir nicht gefällt, kannst du ja wieder in den Kindergarten gehen», hatten zu Folge, dass er sich in keiner Weise in den Schulbetrieb einfügte. Schon die Anordnung der Lehrerin, ein Schulheft aufzuschlagen und einen Stift aus dem Schulranzen zu holen, ließen ihn kalt. Er verschränkte die Arme über die Brust und verkündete: «Hier gefällt es mir nicht». Er war der einzige in der 1. Klasse, der sich so verhielt.Die Mutter wurde durch die Klassenlehrerin bestellt. Es folgten lange Wochen mit viel Hoffen und Abwarten, seitens der Mutter und der Lehrerin. Einmal wird er sich doch so verhalten, wie alle anderen Kinder in der Klasse! Diese Hoffnung erfüllte sich als «Kopfrechnen» angesagt war. Dazu braucht man kein Heft und auch keinen Stift. Wer zuerst das Ergebnis wußte, durfte es laut ins Klassenzimmer rufen. Jetzt kam seine Stunde. Kaum hatte die Lehrerin die Aufgabe ausgesprochen, rief er die Antwort heraus und zwar mit richtigem Ergebnis. Die Lehrerin hatte sein Interesse mit Kopfrechnen geweckt. In dieser Schulstunde wurde er zum «Rechenkönig» der Klasse erkorern. Von da an war das Eis gebrochen, er fing an sich für den Unterricht zu interessieren und nahm an allem teil Außerdem, wenn man ein König ist, muß man sich auch als solcher verhalten, nämlich vorbildlich. | |