Schon deswegen auch keine Worte mehr über die gestrige IPA-Schreibmaschine, die nun wirlich nur eine akademische Fingerübung ist. Eine entscheidende Funktionalität fehlt: die robuste Kursorverwaltung – also die Möglichkeit, sich frei im Text bewegen zu können. Nur das ist eben nicht mal so schnell an einem verregneten 364. Tag im Jahr gemacht. Das Ganze wäre natürlich alles in OO-Javascript zu bauen und schon bauen sich Hemmnisse auf. Sich solch längliche ¬Erklärungen reinzudenken, fehlt die Motivation.
Und gerade hat das Ladegerät oder die Ladeschaltung des Vosonic den Geist aufgegeben. Jetzt gibt es noch ca. zwei Stunden Musik, dann irgendwann endet die Männerfreude und es beginnt der steinige Weg der Reklamation, Ablehnung, Einspruch…
Linguisten beschäftigen sich häufig mit IPA. Das Wort hat zwei Bedeutungen: einmal ist es eine internationale Organisation, die sich mit Phonetik beschäftigt, zum anderen auch eine Schrift, die es ermöglicht lautgetreu Sprachen niederzuschreiben. Hier eine kleine Schreibmaschine für diese Schrift:
Wie funktioniert es? Tippt man zum Beispiel auf der Tastatur eine Taste, auf der E steht, erscheinen im Textfeld schon mal vorbereitend ein e und rechts alle Varianten. Durch anschließendes Drücken der passenden Zifferntaste (0 muss nicht gedrückt werden) erscheint das richtige Zeichen im textfeld. Letztendlich tippt man so etwas wie E2G1R4 und raus kommt: ɘɠɹ.
Es geht noch nicht alles, wir arbeiten dran. Morgen kommen die Phonemmodifikationen wie Nasalierung, Palatisierung, Velarisierung, Aspiration... dran. Vermutlich drückt man die Taste ALT und dann kommen in der Vorschau die entsprechenden Zeichen.
Was soll das? Stellen wir uns eine fiktive Elektromotorenfirma in Schleswig-Holstein vor, die über 15000 verschiedene Antriebe im Angebot hat. Es gibt erstmal verschiedene, grundsätzliche Bauformen. In unserem Modell beschränken wir uns mal auf die am häufigsten verkauften Typen – die Stirnradgetriebemotoren. Der Entwicklungsingenieur muss klasssisch einen dicken Katalog wälzen. Als erstes Filter dient der sogenannte Betriebsfaktor. Er beschreibt die grundsätzliche Betriebsart. Es ist doch klar, dass ein Motor für einen Personenaufzug wesentlich robuster gebaut werden muss als ein Motor für eine Rolltreppe. Die Rolltreppe läuft wahrscheinlich kontinuierlich durch, der Fahrtstuhl bleibt zuweilen stehen…
Die grüne Grafik zeigt quasi den Footprint des Produktionspektrums, die beiden Achsen zeigen Drehzahl und Nennleistung. Bei höherem Betriebsfaktor gibt es weniger Modelle und vor allem nur noch einstufige Getriebe. Die Farbigkeit der Punkte markiert die Anzahl der Getriebestufen.
Die beiden anderen Faktoren sind die geforderte Antriebsleistung und die Drehzahl an der Welle. Obiges Teil sucht immer den passenden Abschnitt aus dem Katalog aus.
Das Teil funzt wunderbar – und das völlig ohne Flash oder noch schlimmere Plugin. Man schau sich mal entsprechende Seiten an , die Panoramas anbieten. Nach Aufruf solcher Seiten schlummert der Rechner mit 0%, das heißt, ab jetzt geht nichts mehr. Eventuell ist noch eine Flucht über
killall -9 firefox.bin möglich (falls man noch das Shellfenster erreicht).Beim tierischen Sex gibt es ähnliche Phänomene: nach erfolgter Begattung verschliesst das Männchen die Öffnung mit einem Schaumpfropfen, so dass eien weitere Befruchtung in den nächsten Stunden nicht mehr möglich ist. Ob das im übertragenen Sinne die Intention der Webarchitekten war? Tolle Idee: gewisse Seiten muss man genießen – Flucht vereitelt, könnte ein chinesisches Strategem sein!
Männerspielzeuge können auch Spaß machen. Es gibt nun den stylischen iPod, aber der muss es nicht immer sein – besonders wenn man andere Maßstäbe setzt. Von Knecht Ruprecht, dem Krischtkindle, von Дед Мороз (oder wie auch immer) kam heuer das ¬Vosonic 3320. Das ist so ein Kästchen mit vielen Slots für die Speicherkarten, einem Steckplatz für eine Notebookfestplatte, einer USB-Schnitte und einer Audioreinrausbuchse. Hm, was soll das? Die gerade eingebaute 80-GB-Bladde speichert den gesamten CD-Bestand (und noch mehr ;-)) und somit kann man in allen Zimmern und überhaupt überall Musik hören. Das eingebaute Radio mit Aufnahmemöglichkeit adelt das Schächtelchen. Jetzt können wir endlich soundscapen und Radiosachen (unter strikter Wahrung des Urheberrechts) aufnehmen. Was übrigens auch für das Teil spricht, ist die Unicodefähigkeit. Musiktitel in kyrillisch werden fast exakt dargestellt. Mit dem etwas zu groß geratenem Zeichenabstand kann man wohl leben, aber leider werden hebräische und persische Dateinamen in der falschen Reihenfolge dargestellt. Das geht nur gar nicht. So wird aus ירושלים so etwas wie מילשורי. Wir wollen das mal gar nicht aussprechen, um nicht den Namen der Heiligen Stadt zu besudeln…
„Kennen sie das Stück Fucking Melones von Earl Mobileh?“ „Ja, der frühe Vogel fängt den Wurm, Halleluja!“ Das sind so Sätze aus dem vielleicht streitbaren Film „Jazzclub“ von und mit Helge Schneider, die ins Hirn (gucken, kacken, packen, picken) schönste cineastische Erinnerungen pflanzen. Diese Art von Humor kann nicht jeder verstehen, weil es zuweilen auf den ersten Blick oberflächlich und sehr clownesk wirkt. Aber gerade das ist das Alleinstellungsmerkmal. Werden wir nicht täglich von Quatschköpfen überrannt? Da gibt es schon viel Übles zwischen den Werbeeinblendungen.
Cineasten entdecken laufend Zitate aus anderen Filmklassikern: im ganzen Film schimmert die Leinwand vom Big Lebowski durch: da sind drei Looser, die durch den Alltag stolpern – im Dude spielen die Bowling im deutschen Jazzclub spielen sie – na was schon.
Die ganzen Typenh scheinen Fellini-Filmen entstiegen zu sein. Wenn Teddy Schu mit dem Fischauto vom Hof in die Stadt abfährt, sieht man förmlich wie der Onkel von Tati auf den Parkplatz der Schauchfabrik einfährt. Die Pendeltür der Kneipe stammt aus Les vacance de Mrs. Hulot und die Begeisterung für Regen scheint Helge von dem leider verstorbenen Tarkowski entnommen zu haben. Marktszenen erinnern stark an die Zauberhafte Ameiie. Wie im Dude stirbt auch ein Protagonist.
Nach dem Austragen des Klumpatsch aus durchgeweichten Zeitungen tänzelt Helge im strömenden Regen eine Steintreppe herab. Sieht man da nicht im Geiste Fred Astaire? Alle Dialoge sind so gemacht, dass man im Brechtschen Sinne immer im Gefühl ist, das ist jetzt ein Film, da schauspielert jemand und man wundert sich, keine Filmausrüstung zu sehen. In einer Szene, in der der Fischverkäufer und Stundenverschönerer in der Krefelder Innenstadt auf die Tram wartet, da drängt sich die Frage auf, ob das nun mit versteckter Kamera geamcht ist oder ob das alles bezahlte Statisten sind. Einfach genial ist die Schlußszene, in der die Combo von einem Raumschiff entführt wird – Das Leben des Brian lässt grüßen.
Unsere heutige zweite Programmierfingerübung ist eine Bilderlupe – also einfach mit der Maus über das linke Bild huschen…
Da geht so einiges. Morgen mehr.

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