
Also selbst wenn der dreiste Autofahrer es wollte, in den Urwald kann man noch nicht einmal mit einem Öko-SUV reinfahren. Aber diese Großstadtjeeps sind eh nur Einkaufswagen für die Biomarkt ∞-))
Auch nichtminder drastisch ist die Warnung an einer wunderschönen Picknickstelle direkt neben dem Gerstheimer Wasserkraftwerk. Vor dieser Rutschsitation besteht schon Horror, zumal dann ja gleich die Turbinen kommen. Eine Identifizierung wird im Falle der Fälle schwierig.

Auch für unsere ältere Generation kommen neue Ideen aus Frankreich. In Deutschland kann die Tragebehinderte bestenfalls zwischen verschiedenen gedeckten Farben wählen – im Land jenseits des Rheins kann Dame von Welt auch politisches Bekenntnis, ihre Begeisterung für Pelze oder Katzen kundtun.

Gestern fiel mir beim gelangweilten Schlendern durch die Auslagen unseres EM-Ladens das Prospekt „Ausgeglichene Lebenskraft“ in die Händen. Also Chapeau für diese Poesie! Von der Unternehmeskomunikation gesehen ist das schon perfekt gestaltet. Es beginnt mit einem sehr persönlichen Einführungskapitel „Wie alles begann“, dann werden neue Probleme und Begrifflichkeiten eingeführt. Es gibt Orac, Bovis, GI und das allbekannte Yin&Yang. Bovis ist offenbar Allgemeinwissen – es wird nicht erklärt. Orac ist einfach nur die Menge der Antioxidantien, die ein Lebensmittel enthält, Damit auch die oftmals solchen energetischen Fragen obstinat seienden Herren weiterlesen, gibt es folgende nette Bildunterschrift unter eine Frucht, die ein wenig wie eine Muschi aussieht: „Die Durian wird Königin der Früchte genannt. Sie wird von diversen Rohkost Gurus gelobt und in Indonesien als Aphrodisiakum gepriesen. Der Indonesische Spruch: 'durian jatuh sarang naik' bedeudet 'wenn die Duriane fallen, stehen die Sarongs.'“ Wir wissen nicht genau, was Duriane sind – aber das erschließt sich wohl von selbst ;-))
Es werden nicht nur nachhhatige, hochenergetische Produkte aus fairem Handel und mit sozialer Kompetenz feilgeboten, sondern auch Teile, die sich durch besondere Hygenie („Qi-Board: 3 bis 5 mal hygienischer als andere Schneidebretter“) herausstellen. Hier wird also eine Angst bedient, die sehr persönlich ist und nicht auf globale Problemlösungen abzielt. Einen wissenschaftlichen Anstrich hat das Brettchen auch noch: „Eine Uni-Studie zeigt, dass …“ – ein Satz, den man immer bilden kann. Der ist sicher nicht justitiabel.
Aber auch hier zeigte sich die poetische Schönheit des Schrifttums: „Ein Qui-Board gehört zum Slow-Food-Gedanken. Ihr Amanprana Kampferlorbeer-Qi-Board sorgt für Resonanz und Verbundenheit mit Ihren Nahrungsmitteln. Es ist attraktiv und strahlt positive Energie aus. Sowohl von Ihnen als auch von der Nahrung auf dem Brett. Er erzeugt sozusagen eine positive Wechselwirkung. Das Qi-Board verschafft bei der Zubereitung Ihrer Gerichte ein gutes Gefühl. Ihre Liebe geht darin über. Und ein Gericht mit liebe zubereitet schmecken Sie heraus! Es verschafft mehr Energie ud Zuneigung. Wenn Sie das Qi-Board nutzen vergeht die Zeit langsamer. Sie möchten sich mehr Zeit für die Zubereitung Ihrer Mahlzeit nehmen.“

Wie geht es nun weiter und wie kommt man zu solchen hübschen WebApps? Die Frage ist doch (wie immer), wohin marschiert der Webwahnsinn, in welches System ist es sinnvoll, Zeit und Energie zu investieren? Im ¬T3N-Blog stellt sich es so dar, als ob Sencha eine Zusammenfassung aus extJs und JQTouch ist. Das wäre dann wieder ein anderer Aspekt. Der Artikel im ¬Golem macht auch Hunger auf das neue Werkzeug. Selcha unterstützt iPhone und Android. Da es sowieso auf Standards setzt, sollte es auch auf anderen mobilen Handschmeichlern laufen.
Der ¬nebige Lehrfilm zeigt nochmals die Möglichkeiten von ¬Sencha. Ist letztlich so etwas wie Flex – nur schöner, weil Standard. Dokumentationsseitig gibt es einen Schnelllehrgang, der einen Geowittermonitor beschreibt. Der Rest ist reine API-Beschreibung. Da bleibt also viel Zeit zum Rumprobieren.
Das scheint nun alles sehr funktionell zu sein. Dieses ganze Konstrukt in TYPO3 abzubilden ist eventuell gar nicht zielführend. Wahrscheinlich wird der meiste Code im HTML/JS-Template stehen und nur Teilbereiche sind tatsächlich redaktionell beeinflussbar. Das ergibt auch einen gewissen Sinn.
Gutes, empfehlenswertes Produkt: das Internetradio IPdio von dnt. Auch ohne Handbuch braucht ein durchschnittlich affiner Mensch um die ersten Sender per WLAN zu hören. Auch das Programmieren der Senderliste klappt auf Anhieb. Da seit 90 Jahren der Standard immer noch ca. 1V Analogsgnal ist, kann man das supergeile Moderndings auch spielend leicht mit dem SABA Stereo Freiburg Vollautomatik verbinden. Da werden 52 Jahre überbrückt!

Als ich mich aufrapple (leider habe ich mir geistesgegenwärtig die Nummer nicht gemerkt) steht ein Saniauto vor mir. „Ja wir haben das mit dem schwarzen Audi gerade gesehen. Sollen wir Sie ins Spital fahren?“ Ich (unter Schock und doch geistesgegenwärtig): „Zu dieser angestrebten, fakturierbaren Leistung wird es nicht kommen, ich habe nur oberflächliche Schürfwunden, ansonsten keine Maläschen.“
Was bleibt? kurzzeitige Aufmerksamkeit und der Gang zur Davidswache. Dort ist es prima klimatisiert und so diktiere ich eine Strafanzeige, die der PK in ein kleines Vokabelheft kritzelt. „Das ist ein amtliches Dokument.“ OK, ist ja immerhin paginiert. Vermutlich kommt nach einigen Wochen ein Brief der Staatsanwaltschaft mit der Mitteilung der Verfahrenseinstellung.

Ansonsten geht der mobile Wahnsinn weiter. Diese Horen gibt es ja nun auch in der mobilen Variante. Technische Grundlage ist iUI, die Javascript/CSS-Bibliotek vom Firebugentwickler. Patrick Lobacher hat darüber ein Buch verfasst (iPhone OS Webenetwicklung) und ich habe mich schon gewundert, warum er sich so ausführlich mit dem Quelltext beschäftigt hat.
Jetzt ist es klar: es gibt keine Dokumentation (bis auf die Quelle) und so verwundert es nicht, dass sich der T3-Patrick so verbissen hat. Nun gut – dieses Webkit war Pionier und als Vorübung für das JQTouch zu verstehen. Das Kit arbeitet mit JQuery (prima!) ist ist auch ein klein wenig dokumentiert. Jonathan Stark aus Kanada ist da wohl der Schöpfer diese Systems. Sein Buch hat es sogar bis auf de deutschen Markt gechafft. Er tat es wohl in Hinblick auf das geniale phonegap, was aber nun leider wegen liederlicher Gedanken von Steve Jobs gestorben ist. So ist er nun mal – der Salvatore der Menschheit. Das Buch (mehr oder wenig durch das STOPP von Steve) ist völlig wertfrei, wird aber immer noch fleißig angepriesen. Sein Baby JQTouch ist nun in SenchaTouch aufgegangen und Jonathan ist nun in der Firma der Projektleiter. Hat sich der Fleiß für ihn dann doch gelohnt.
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