Rainers Horen
Sonntag, den 23.01.2011 [13:24]
Gestern war nun wieder der ¬Pferdestallsalon. Da treffen sich am Samstag politisch und politologisch Interessierte zu einer Diskussionsrunde, die oftmals mit Referaten gewürzt sind. Der Name? Die Soziologie der Uni Hamburg ist im Pferdestall untergebracht – daher der Name.



Gestern war Aleotorische Demokratie und Plurinationalismus als epistemologische/politsches Konzept angesagt. Das klingt wie eine Wissenschftsparodie oder zumindest recht trocken. Eine Parodie ist es mitnichten. Es sind vielmehr Dissertationsthemen oder andere Gedankenspiele.

Ersteres Wort heißt soviel wie Zufallsdemokratie und soll uns aus gewissen Sackgassen der Politikentwicklung befreien. Unsere Altvorderen im alten Griechenland und Rom haben oftmals Dinge über das Los entschieden – eben auch, wer der nächste Chef ist. Demokratie hat wohl auch ein wenig die Aufgabe, das System des Zusammenlebens der Menschen zu befrieden. Diese Verlosung von Macht schaft eben auch Frieden, weil es gerecht daherkommt und (je nach interner Kalibrierung) Ausdruck eines Gotteswillens ist, Wissenschaftlich nennt man letztere Begründung die Sakralthese. In die Neuzeit übertragen hätte das auch charmante Vorteile. Die zufällig gewählte Bundeskanzlerin könnte auch unpopulistische Dinge durchsetzen, eben weil sich nicht auf eine Wiederwahl angewiesen ist. Es gäbe keine Parteien, keine Wahlversprechen und auch keinen Wahlkampf. Am nichtvorhandenen Wahlsonntag würede dann 18:00 Uhr der neue Bundestag und der Kanzler vorgestellt. Das klingt absonderlich – fast wie eine utopische Novelle von Stanisław Lem, würde aber mehr Gerechtigkeit und Frieden auf der Welt schaffen.



Der Sonntagnachmittag ist so wie viele von diesen Nachmittagen – der Hamburger geht zur Elbe, spaziert nach Teufelsbrück und fährt vielleicht mit der Fähre über Finkenwerder zurück. Was witzig ist: fragt man Google auf der Elbe nach der Route zum nächsten Radladen, dann sagt er: „Das geht so nicht.“ Offenbar hat die Elbe keine seriöse Adresse.
Beitrag kommentieren

Dienstag, den 18.01.2011 [22:23]
Das mit den festehenden (oder dialektisch gesehen) rollbaren Flächen innerhalb der jQuerMobile-Welt funzt nun tatsächlich stabil. In ¬nebiger App für den ADFC Hamburg, die die Radschrauber im eigene Umkreis anzeigt, ist diese Technik auch eingesetzt. In der pfiffiger App, die noch nicht im Appstore ist, werden wie schon erwähnt, die nächsten Schrauber mit ihrer Route dorthin, aber auch die nächsten Radtouren des ADFC angezeigt. Die Touren kann man sich buckmarken.

Gerade getestet: die App aktualisiert ständig die Entfernung zur nächsten Werkstatt und ändert zuweilen auch die Reihenfolge der Helfer. Es ist das Verhalten, die man stillschweigend erwartet. Es ist ein nettes Spiel, mit der App in der U3 das vorbeifliegen der fleißigen Helfer zu sehen. Lie Liste ändert sich ständig.

Das wichtigste für die Radler sind natürlich die Radtouren und selbstverständlich werden die hier thematisiert. Fehlt eigentlich nur noch der ganze Facebook-Kram („Gefällt mir“) und ein Hash-Tag für Twitter.

Was ist eigentlich dieser vielbeschworene Häschtäg? In Twitter hat jeder eine Identität und kann damit lustig rumtwittern. Er schreibt kurze Texte, die seinem Namen zugeordnet sind. Nun gibt das nur Sinn, wenn jemand auch die Ergüsse liest. Also kann ich jemanden abonieren. Im Jargon heißt das dann: ich folge ihm – ich bin ein Follower. Wenn ich also fünf Leuten folge, dann kann ich die Summe ihrer Meldungen lesen. Bin ich jetzt mit anderen Twitteren in einer gemeinsamen Veranstaltung, dann wüsste ich für diesen Abend all diesen Leuten folgen. Wäre sehr umständlich, denn dann müsste ich mir alle Namen geben lassen und denen dann temporär folgen.

Die Lösung naht: ich schreibe am Ende meiner Meldung einen einzigartigen Kurztext, beispielsweise #radtourhh. Innerhalb von Twitter kann ich nämlich nicht nur Personen folgen, sondern auch allen Meldungen, die einen gewünschten Kurztext enthalten. Genau das ist der Hashtag. Würde es also für diese Radausflüge oder für die Sternfahrt solch eine Hashtag geben, dann könnte man sich prima zusammenorgansieren, Absprachen treffen, verlorene leute aufsammeln. es ist wie eine textuellen Telefonkonferenz oder ein CB-Kanal.

Mittlerweile kann die iPhone-App für den ADFC Hamburg auch die eigene Tour mitschneiden. Die Daten können einfach nur im Gerät bleiben oder nach der Tour auf den ADFC-Server übertragen werden – das setzt natürlich eine Registrierung voraus. Könnte man auch mit Facebook realisieren, um mal in der Sprache unserer Jugend zu bleiben.

Nun in der Rehbar. Das Passwort lautet bambibambibambi. Prima – kann der Wahnsinn gleich weiter gehen. Leider kommt das MacBook nur ins WLAN, aber das Bambinetz ist nicht im Internetz. Wo das Internetkästchen ist, wussten die studentischen Damen am Tresen leider nicht.
Beitrag kommentieren

Montag, den 17.01.2011 [11:47]
Heute geht es nicht um die Seelandschaften mit Pocahontas – obwohl sich einiges schimpfenderweise zu iTunes sagen liese – heute geht es um die untere Leiste in solchen mobilen Apps. Das neue und wundersame Wort dafür ist Glyphishbar. Das ist das feststehende Navigationsmenü um unteren Rand. Irgendein Grafiker bei dem jetzt gerade wieder erkrankten Steve Jobs hat sich diese Ästhetik ausgedacht: naja warum nicht. Das ist also ein Bildschirmbereich, der unabhängig von sonstiger Bewegung auf der Restfläche (männerfreundlich) immer stehen bleibt. Damit er immer parat ist.

Wird nun die App mit Webmitteln gebaut, dann egibt sich eine gewichtiges Problem: im benutzten Webkitbrowser gibt es kein Containerelement, was eine fixe Position hat. Das ist nun mal so. Die Folge der Einschränkung ist verheerend: man muss sich um dieses Verhalten selbst kümmern, und das mit Javascriptbordmitteln. Leider ist das in der Alphaversion von jQMobile noch nicht realisiert, aber es gibt einen Lichtblick. Es soll da eine Lösung geben, die allerdings noch im ¬experimentellen Stadium ist.

Auf dieser Netzwerkplattform habe ich gerade diesen Hilferuf gefunden: „… Unser gemeinnütziger Verein hat vor einiger Zeit auf das CMS TYPO3 umgestellt. Seither haben wir Probleme. Wir suchen dringend einen ehrenamtlichen, engagierten Superkönner, der mit dem System auch wirklich umgehen kann und die Anforderungen an unsere Webseite, und unseren Dienst für hunderte Vereine in Hamburg, auch tatsächlich umsetzen kann.“ Ich habe da neulich ein tolles Haus an der Alster gesehen, wer kauft das für mich, damit ich dort nett wohnen kann? Es sind immer wieder diese störenden Emotionen. Irgendwie kommt an, dass Webarbeit nur so Spaß ist und eigentlich jeder vollziehen kann, der sich ein wenig in die Problematik eindenkt. In einigen bis vielen Fällen ist das auch so. Aber eineTYPO3-Seite für einen größeren Verein? Dafür hat der Verein ADFC vor einiger Zeit 9000 € an eine Agentur bezahlt, abgesehen von den Folgekosten.

Nun hat unser Bundespräsident

Verkommt dieses Xing nun tatsächlich zur Bettelplattform? Derjenige, der diesen Text reingestellt hat, ist selber Vertriebler – hat der nicht Euros in den Augen?
Beitrag kommentieren