
Ein kleiner Wermutstropfen: das Objekt Audioplayer hat keinen Zugriff auf den Lautstärkeregler – es gibt überhaupt dazu keine Stellmöglichkeit. Ist letztlich auch gut so. Sind solche Regler ja doch nur eine Fehlerquelle. Und es gibt ja sehr gut zugänglich einen Hardwareregler, was soll es also?

Wie heißt es so schön bei Franz Kafka? „Ich bin die Rechenaufgabe – kein Schüler weit und breit“ – und so heißt es heute: selbst beschäftigen. Es sind selige Zustände: nach Frühstück im Straßencafé geht es gleich wieder ab auf den Balkon. Das sind auch optimale Arbeitsbedingungen. Aus dem Hintergrund säuselt die nicht-nervige Musik von FIP und ansonsten bleibt der Blick ins Grüne. Was interessiert dann noch die große Politik und die Ausdünstungen unserer (christlichen) Landesmutter, die sich zur Aussage hinreißen ließ, das sie froh über den Tod von Osama sein. Ist schon skurril. In welchem Wertesystem leben wir eigentlich?
Berlin ist preußisch und weit weg und soll nicht den feinen Tag beschmutzen. Hält man ein iPhone ind er Hand und hat das Gefühl, man kann alles programmieren, da kommen so Gedanken. Vorhin auf dem Isemarkt rief jemand an und fragte, wo ich sei. Wäre schon praltisch sagen zu können: „Warte ich schalte Dich frei“ – und genau das ist eine wunderschöne Aufgabe für das Programmiertrainung auf dem Balkon. Die App müsste drei Seiten haben: auf der ersten sieht der nutzer seinen Standort und die Bewegung seiner Freunde. Auf der zweiten Seite kann man seine Stammdaten bearbeiten und auf der dritten ist eine Liste von Leute, die man ein- und auch wieder ausschalten kann. Leute kann man natürlich nicht einfach so aus- und einschalten, das wäre ja übelstes LTI. Nein, ich kann festlegen, wer meine Position sehen darf. Ängstliche Leute haben kein iPhone und wenn doch, dann gibt es einen fetten Hauptschalter, der das ständige Senden der Position wirksam unterbindet. Technisch ist das wie ein Chat und lässt sich praktischerweise leicht mit FusionTables realisieren. Die Leichtigkeit bezieht sich lediglich auf die intellektuelle Anstrengung. Da diese Fusiontables beim schreibenden Zugriff mit Login/Passwort/Token und sicherer SSL-Verbindung arbeiten, bleibt eine Fleißaufgabe übrig. Ist aber alles mit der Titanium-API machbar. Leider liefert Google keinen wohlwollenden Bescheid, wenn mann versucht, vom iPhone aus die FusionTable zu bedienen. Es taucht in der googleschen Antwortseite das hässliche Wort iphoneblock auf. Sind das nicht verruchte Huttche? Jetzt kann die pfiffige Idee nur als Demo auf dem eigenen, kleinen Server laufen. Zu dumm auch.
Einfach nur für das Gemüt: der heutige sonnige Tag ist voll der PanoramaMap gewidmet. Passt doch! Im unteren Teil der App ist ein Stadtplan von Hamburg und darüber immer das 360°-Panorama, das ausgewählt wurde. Dieses Teil ist eben nicht nativ programmiert “ sondern lediglich eine Webview. Ich sage es mal so: es ruckt selbst auf dem G4. Das gehört zu den unschönen Dingen dieses Lebens. Traumhaft wäre natürlich die vollständig native Realisierung auf dem iPhone. Der Flaschenhals ist die Panoramahandhabung. in der Weblösung wird eine rechteckfläche mit einem in der x-Achse verschieblichen Hintergrundbild versehen. Das wird wohl nichts. Aber es gibt eine lichtblickerische Idee: die Panoramaübersicht ist ein natives Element, die Panoramiaist eine Webview, die die Bilder lokal aus dem iPhone holt. Es müsste mit den Teufel zugehen, wenn das ohne Web nicht viel einfacher ist. Und tatsächlich – es ist ein überschaubarer Aufwand. Adé HTML-Hölle.

Abgesehen von diesen Irritationen aus Cuppertino geht es hier in hamburg munter mit der iPhone-Programmierung weiter. Wie meinte heute so nett eine dame auf dem Netzwerktreffen bei StarBucks: „Sie machen iPhone-Programme. Sie arbeiten da mit bei Apple?“ Offenabr besteht die Vorstellung, dass die Apps alle aus dem schönen Kalifornien sind.
Sind die altlastigen Fesseln der HTML-„Programmierung“ erst einmal abgelegt, dann geht es munter voran. Es ist wirklich unverständlich, warum in Deutschland dieses phonegap nur so in den Himmel gehoben wird. Vielleicht rührt diese Verehrung? Vermutlich liegt es an den beiden Autoren, die sind nun einmal sehr weblastig und da liegt das mit der (Webview)-Krücke nahe.

Auch Hamburg kann mit Superlativen spielen. Wir haben nicht nur die älteste Asphaltstraße (Jungfernstieg) und die Stadt mit der größten Apotheken- und Psychologendichte, sondern auch das größte Hafenfest. Der Hafengeburtstag Schon jetzt kommen die ersten Segler als Vorboten an. Das wird das Maiwochenende, an dem der Hamburger lieber weit weg ist.


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