
„Ich pendle nicht!“ – so sagte einmal Schliengensief und dieser Aussage schließ ich mich an. Und dann kam ich heute doch ins Nachdenken. So war heute noch einmal ein schöner Herbsttag. Im Stadtpark wurde sogar gegrillt und andächtig in den See geschaut. Tatort: Parkbank, Tätigkeit: SMS-Löschen. Es hatten sich fast 100 in der Liste angesammelt. Plötzlich stand da noch die letzte SMS: „Gute Nacht und bis morgen. Silke“. Erster Gedanke: wer ist diese Silke und dann viel mir dieser Irrläufer ein. Ganz klar, die Melsung war micht für mich. Da schaue ich hoch und diese Silke läuft gerade mit Töchterchen vorbei.

Um acht war Eintrudeln des Publikums angesagt, dann gab es Bier/Sekt und Telebox und irgendwann später durften wir einmarschieren. Die Rampensäue suchten sich gleich die Plätze mit hoher Kamerawahrscheinlichkeit. Ich nicht. Ein Warmup, wie man es im Unterschichtenfernsehen erwarten, fand nicht wirklich statt. Der Kaspar wurde also nicht mehrfach gerufen. Es ging dann eben ganz sutsche los. Die Staatskarossen mit ihren Chauffeuren warteten draußen schon einmal.

¬Inhaltlich passiert nicht wirklich viel. Die aktuellen Politiker spielen ihre Rolle und beschwichtigen die Volksmassen. Einige Überraschungsgäste sind dann die Paradiesvögel und Fallobst. So wie Narren unterstreichen sie Machtansprüche. Wahrheiten müssen immer zur Zeit passen. Neue Ideen dürfen sich nur marginal vom Mainstream entfernen, ansonsten führen sie nur zu Unverständnis/Einlieferung in Anstalten.

Europa am Abgrund – Wie sicher ist unser Geld? – so das Thema. Der Philipp als deutscher Wirtschaftsminister hat da nicht wirklich Erhellendes beizutragen. Überhaupt wirkt er wie ferngesteuert. In einem Körpersprachenlernwochenendseminar wäre er wunderbares Objekt. Auch verbal wurde er nicht verschont: „Herr Minister Rösler, haben Sie das jetzt verstanden, was Herr Müller gesagt hat?“

Wie ist das nun mit dem Geld? Eines ist auffällig: vor dem unheilvollen Krieg da hat es oft ausgereicht, wenn der Mann in der Familie gearbeitet hat. Nun ist auf Arbeit alles einfacher geworden. Es gibt Serienbriefe und Automaten und alels ist wunderschön. Aber: mittlerweile muss eigentlich jeder Erwachsene 40 Stunden ins Geschäft. Hm. Da stimmt etwas nicht. Auf der anderen Seite verschuldet sich der Staat immer mehr und muss dann die Kredite bedienen – in Wahrheit nur die Zinsen. Zu einer Rückzahlung kam es noch nie. Das hat natürlich zur Folge, dass es immer weniger Sozialausgaben gibt und das wir immer mehr arbeiten müssen. Das Geld verschwindet aber (hoffentlich nicht) in einem reinen buchhalterischen Vorgang, sondern das bekommt jemand. Und zwar immer mehr, schneller und dreister. Die Aufgabe der Politik besteht größtenteil in er Verschleierung dieser Tatsache.
Es ist vollbracht: die vollkrasskünstlerische LuminautApp hat jetzt die neue, wesentliche übersichtlichere und intuitive zu bedienende Navigationsstruktur. Aus einer längeren Liste kann die Performance ausgesucht werden und der Film (oder was auch immer) wird in einem rausschiebenden Fenster gestartet. Der Screenshot mag etwas irritierend erscheinen. Im Normalfall ist entweder das volle rechte Fenster zu sehen oder im anderen Falle die Liste der Ereignisse und ein Zipfel des rechten Fensters. Der Anfasser tut das, was er verspricht.
Jedenfalls kann damit gemächlich gewechselt werden. Sieht dann an Ende des Tages (wenn der Drops gelutscht ist) einfach aus. Ist aber ein wohlfeiles Zusammenspiel der verschiedenen Events wie touchstart, touchmove und swipe.
Gestern war das Thema das schaffende und das raffende Kapital auf der Platte. Dieses Begriffspaar nutzte der oesterreichische Gefreite. Das gute Kapital (schafft Arbeit und echte, anfasssbare Produkte) war eben deutsch und das andere Kapital (Raffkes) war jüdisch. So direkt heißt das heute nicht. Heute gibt es zwei andere Begriffe: Investmentbank und Geschäftsbank die Stimmung ist ähnlich. Apropos: in Wikipedia wird Raffke als Berlinisches Ideom erklärt. Also selbst mein doch recht dürren Hebräischkenntnisse lassen das Wort רב [rav] = viel erkennen. Das passt doch!Zurück zum schaffen: anderes Thema sind neue Gestaltungsideen auf dem Telefon. Das böse Fratzenbuch (M. Zuckerberg / da haben wir es wieder ) macht es vor. Klick auf nebiges Bild zeigt das Prinzip. Unten ist eine Listenübersicht und drüber der angekündigte Inhalt. Sehr kompakt, sehr schick!
Im menschlichen Zusammenleben fehlt allfällig der systemische Gegenspieler. Wenn jemand Geld und damit Macht anhäuft, dann gibt es kaum eine Bremse, dass der Prozess so weiter läuft. Ganz im Gegenteil: mehr Geld macht neues Geld billiger. Andere Menschen beginnen zu Speichellecken. Einfach sie sich davon etwas versprechen. An der Macht teilzuhaben ist effizienter als Opfer der Macht zu sein. Die Bremse: Geldgefälle erzeugt (kriminelle Begehrlicheiten). Das lässt sich budgetarm mit Zäunen und/oder Wachen lösen.
Das Erschreckende: mittlerweile gibt es Spekulanten (weiland = raffendes Kapital), die verfügen beispielsweise über 10 Milliarden Einheiten. Das entspricht grob gesagt über (10000000000 Einheiten/ 50000 Einheiten_pro_Jahr/ 40 Arbeitsjahre) das Lebenseinkommen von fünfzig gut bezahlten kleinen Angestellten. Der gerade in aller Mund seiende Hebel von 1 Billion entspricht also 5000 Menschenarbeitsleben.
Und das Schöne in diesen bewegten Zeiten: Kinder lernen mit großen Zahlen umzugehen eine seltene Gelegenheit, die nicht jeder Generation geboten wird.

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